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Ratgeber · KI & Machine Learning

Forschungszulage für KI und Machine Learning

Wer eigene Modelle entwickelt, steht fast immer vor offenen technischen Fragen. Genau dafür gibt es die Forschungszulage: 25 bis 35 % der Gehälter zurück, für Vorhaben ab 2026 effektiv bis zu 42 %.

Stand: · von Dominic Flohr, funndee

Kurz gesagt

KI-Entwicklung ist förderfähig, wenn ihr ein technisches Problem löst, für das es keine fertige Methode gibt, etwa ein eigenes Modell mit wenig oder verrauschten Daten. Wer nur einen fertigen KI-Dienst über eine Schnittstelle anbindet, hat in der Regel kein Forschungsvorhaben.

Wo die Forschung steckt

Vier Stellen, an denen KI-Projekte offen sind

01

Daten

Zu wenig, verrauscht oder unausgewogen. Ob ein Modell damit trotzdem die nötige Genauigkeit erreicht, ist zu Beginn oft offen.

02

Modelle

Eigene Architekturen oder die Anpassung an eine Aufgabe, für die es kein erprobtes Verfahren gibt.

03

Absicherung

Ergebnisse prüfen, erklären und absichern, etwa erkennen, wann ein Sprachmodell eine Antwort erfindet.

04

Betrieb

Modelle auf Geräten mit wenig Speicher, Rechenleistung oder Energie, mit harten Grenzen bei der Antwortzeit.

Beispiele

Was zählt, was nicht

Typisch förderfähig

  • Eigene Modelle für neue Aufgaben
  • Training mit wenig, verrauschten oder unausgewogenen Daten
  • Methoden, um Ergebnisse von Sprachmodellen zu prüfen und abzusichern
  • Modelle auf Geräten mit wenig Speicher oder Energie
  • Neue Verfahren, um verschiedene Datenquellen in einem Modell zu verknüpfen
  • Eigene Verfahren für Suche und Bewertung, wenn Standardlösungen die Anforderungen nicht erfüllen

Typisch nicht förderfähig

  • Anbindung fertiger KI-Dienste über eine Schnittstelle
  • Prompting ohne eigene Methodik
  • Reine Datenaufbereitung und Beschriftung
  • Einsatz eines Standardmodells mit bekannten Einstellungen
  • Dashboards und Oberflächen rund um ein Modell
  • Rechtliche Prüfung und Zertifizierung

Forschungsfragen aus der Praxis

So klingt ein KI-Vorhaben im Antrag

Daten„Erreicht ein Modell mit einem Zehntel der Daten die nötige Genauigkeit?“

Absicherung„Lässt sich erkennen, wann ein Sprachmodell eine Antwort erfindet, bevor sie beim Kunden ankommt?“

Betrieb„Läuft die Erkennung auf dem Gerät in unter 50 Millisekunden, ohne die Akkulaufzeit zu halbieren?“

Rechenbeispiel

Was ein KI-Team zurückholt

Vier Machine-Learning-Engineers mit 95.000 € Personalkosten je Kopf und Jahr, davon 70 % Zeit im Vorhaben.

Förderfähige Personalkosten266.000 €
Forschungszulage für KMU, 35 %93.100 €
Mit Gemeinkostenpauschale für Vorhaben ab 2026111.720 €

Die Pauschale von 20 % kommt auf alle förderfähigen Aufwendungen und deckt Sachkosten wie Rechenzeit ab. Eure eigenen Zahlen rechnet ihr im Forschungszulage-Rechner aus.

FAQ

Fragen zu KI und Forschungszulage

01

Ist das Fine-Tuning eines Sprachmodells förderfähig?

Es kommt auf die technische Frage an. Ein Standard-Fine-Tuning nach Anleitung meist nicht. Wenn offen ist, ob das Modell mit euren Daten die nötige Genauigkeit erreicht, und ihr dafür eigene Methoden entwickelt, kann es ein Forschungsvorhaben sein.

02

Zählen die Kosten für Rechenzeit und GPUs?

Nicht als eigene Kostenart. Für Vorhaben, die ab 2026 beginnen, deckt die Gemeinkostenpauschale von 20 % solche Sachkosten pauschal ab. Eigene Hardware wie GPU-Server zählt über die Abschreibung, wenn ihr sie für ein Vorhaben ab dem 28. März 2024 anschafft und ausschließlich dort nutzt.

03

Was, wenn das Modell am Ende nicht funktioniert?

Dann ist das Vorhaben trotzdem förderfähig. Entscheidend ist, dass der Ausgang zu Beginn offen war und ihr planmäßig vorgegangen seid. Gescheiterte Ansätze sind oft der beste Beleg für echte Forschung.

04

Wir sind ein KI-Start-up ohne Gewinn. Lohnt sich das?

Gerade dann. Die Zulage wird mit der Steuer verrechnet, und was übrig bleibt, zahlt das Finanzamt aus. Sie hängt nicht vom Gewinn ab.

Nächster Schritt

Zwanzig Minuten. Dann wisst ihr, was drin ist.

Kein Verkaufsgespräch. Eine ehrliche Einschätzung, auch wenn sie Nein lautet. Honorar nur bei Erfolg.

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